Welche Hygienestandards sollte man im Labor und Praktikum einhalten?
Kurz gesagt
Gute Laborhygiene verbindet saubere Arbeitsorganisation, geeignete Handhygiene, passende Kleidung und festgelegte Verfahren für Geräte, Instrumente und Abfälle. Der konkrete Standard hängt von Tätigkeit und Risiken ab. Ein weißer Kittel und Handschuhe allein begründen keinen hygienischen Arbeitsablauf.

Inhalt
Vor Arbeitsbeginn: Zuständigkeiten und Wege klären
Du solltest wissen, wo persönliche Sachen bleiben, welche Flächen für Proben vorgesehen sind, wie benutzte Instrumente abgelegt werden und wo Abfälle hingehören. Eine klare Trennung zwischen Arbeitsmaterial, Notizmaterial und privaten Gegenständen verringert das Risiko von Verschleppung.
Die Unterweisung erklärt außerdem, welche Maßnahmen für den jeweiligen Kurs nötig sind. Ein einfaches Pflanzenpraktikum hat andere Voraussetzungen als ein mikrobiologischer Kurs, ein Präpsaal oder Patientenkontakt. Begriffe wie S1, Schutzstufe 1 und „steril“ sind nicht beliebig austauschbar.
Kittel und Handschuhe richtig in den Ablauf einbauen
Arbeitskleidung wird im dafür vorgesehenen Bereich getragen und anschließend dort geordnet abgelegt beziehungsweise gesammelt. Saubere und benutzte Kleidung sollten nicht ungeplant miteinander in Kontakt kommen. Ein kontaminierter Kittel wird nicht privat gereinigt, nur weil eine Waschmaschine verfügbar ist.
Handschuhe erfüllen ihren Zweck nur mit passender Auswahl und rechtzeitigem Wechsel. Wer mit benutzten Handschuhen an Smartphone, Wasserflasche oder Türgriff fasst, kann Belastungen verschleppen. Das Ausziehen muss geübt sein; anschließende Handhygiene richtet sich nach dem Hygieneplan.
Hände: Reinigung und Desinfektion gezielt einsetzen
Händewaschen und Händedesinfektion erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Welche Maßnahme wann erforderlich ist, wird aus der Tätigkeit abgeleitet. Halte dich an Einwirkzeit, Anwendung und Hautschutzplan. Dauerndes, ungezieltes Waschen oder ein beliebiger Wechsel verschiedener Mittel ist keine Verbesserung und kann die Haut belasten.
Instrumente und Flächen
Lege benutzte Instrumente an den dafür vorgesehenen Ort, ohne scharfe Teile zu verdecken. Verwende die freigegebenen Reinigungs- und gegebenenfalls Desinfektionsverfahren. Flächendesinfektion ist ein gezielter Prozess mit festgelegtem Mittel, Verfahren und Einwirkzeit; ein kurzer Sprühstoß nach Gefühl ist kein verlässlicher Standard.
Praktische Checkliste
- Unterweisung und Betriebsanweisungen kennen.
- Essen, Trinken und private Gegenstände aus dem Arbeitsbereich fernhalten.
- Lange Haare sichern; Schmuck und persönliche Gegenstände nach Vorgabe handhaben.
- Ausreichend saubere Ersatzmaterialien und geeignete Abwurfbehälter bereitstellen.
- Handschuhe nur dort verwenden, wo sie vorgesehen sind.
- Arbeitsende einschließlich Reinigung, Abfall und Kleidung vollständig durchführen.
- Zwischenfälle und Verletzungen sofort melden.
Häufige Fragen
- Brauche ich für jedes biologische Objekt Handschuhe?
Nicht pauschal. Ob sie erforderlich sind, folgt aus der Gefährdungsbeurteilung. Unnötiger Handschuhgebrauch kann ebenfalls Fehler und Hautbelastung fördern.
- Ist mein Etui nach dem Abwischen steril?
Nein. Reinigung, Desinfektion und Sterilisation sind unterschiedliche Begriffe und Verfahren.
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Quellen & Vertiefung
Fachliche Vertiefung: DGUV: Biostoffe im Unterricht(öffnet in neuem Tab); RKI: Einordnung der Aufbereitung(öffnet in neuem Tab). Zusätzlich gelten Hygieneplan und Betriebsanweisungen deiner Einrichtung.
Noch Fragen?
Allgemeine Orientierung für Studium und Lehre. Für deine konkrete Arbeit gelten Unterweisung, Hygieneplan, Versuchsanleitung und die Gebrauchsanweisungen der Produkte.







